Polare Stratosphärenwolken, Perlmuttwolken und Neues dazu gelernt

Perlmuttwolken am Abendhimmel in Ostisland. Bild Eggert, 03.02.2018

Vor zwei Tagen sah ich in einem Facebookpost von Gentle Giants ein sehr spezielles Himmelsbild aus Husavik. Weitere Bilder folgten aus Nordisland und ich entdeckte einen mir unbekannten Begriff: „polar stratospheric clouds“, polare Stratosphären- oder Perlmuttwolken. Davon hatte ich nicht einmal während meiner Ausbildung an der Uni noch während der langjährigen Tätigkeit als Geografielehrerin etwas erfahren. In der Quarta gehörte zur Klimatologie auch das Thema Wolken und ihre verschiedenen Schichten. Ich mag mich erinnern, wie ich die Schülerinnen und Schüler aufforderte, den Himmel über einige Wochen zu beobachten, besonders schöne Wolkenformationen zu fotografieren und an mich zu senden. Ich sammelte die Bilder, schaute mir den Himmel selbst immer wieder an und schlussendlich erstellte ich eine Fotopräsentation. Gemeinsam ordneten wir den Wolkenbildern die richtigen Begriffe zu und erkoren auch die schönsten Aufnahmen. Perlmuttwolken waren damals keine dabei, was auch nicht weiter erstaunt, denn diese gibt es nur in den ganz nördlichen oder südlichen Regionen der Erde, wie ich nun bei Wikipedia erfahren habe. Gestern schickte auch Eggert wunderschöne Himmelsbilder und damit war mein Interesse definitiv geweckt. Best Travel umrundet zur Zeit Island und entdeckte dieses wunderschöne Phänomen in Ostisland.

In der Folge ist eine kurze Zusammenfassung meiner Internet-Nachforschungen zu lesen: Der Name Perlmuttwolken lässt sich einfach erklären. Am Himmel erscheinen die Wolken oder Wolkenränder in Perlmuttfarben. Aber was sind polare Stratosphärenwolken eigentlich? Die meisten Wolken, die wir sehen liegen in der Troposphäre, der untersten (unserer) Schicht der Erdatmosphäre. Diese ist ungefähr zehn Kilometer hoch, acht Kilometer bei den Polen, 15 am Äquator. Darüber liegt die zweite Schicht, die Stratosphäre. Wie der Name sagt, können dort auch die polaren Stratosphärenwolken auftreten, meistens in einer Höhe von 22 bis 25 Kilometer. Weitere Bedingungen müssen aber für die Erscheinung erfüllt sein: Die Temperatur muss mindestes -78°C kalt sein, was nur im Winter in den Polarregionen erreicht wird. Normalerweise zeigen sich diese Wolken auf mehr als 80° nördlicher oder südlicher Breite, anscheinend häufiger auf der Südhalbkugel. Die Entstehung der Perlmuttwolken wird mit dem sehr geringen Wasserdampfgehalt der Luft in der Stratosphäre erklärt, so dass sich dort keine Wasserwolken bilden können. Die Stratosphärenwolken bestehen aus Kristallen von Schwefel- oder Salpetersäure und bei sehr tiefen Temperaturen kann sich um die Säurekristalle ein Eismantel bilden. Durch die Ablenkung der Wellen des Sonnenlichts an den Kristallen (Beugung und Interferenz) wird die Perlmuttfärbung erzeugt. Wenn die Sonne bereits unter dem Horizont steht, verstärkt sich dieser Effekt. Es ist selten, aber kommt wie die Bilder zeigen vor, dass Perlmuttwolken auch weniger nördlich entdeckt werden können. Auf einer Winterreise in den Norden gilt es also nicht nur nach Polarlichters Ausschau zu halten, sondern beim Sonnenuntergang oder kurz danach auch die Wolken im Visier zu haben. Best of Iceland ist gespannt, ob sich auf der privat geführten Nordlichtreise in einer Woche, sowohl die Polarlichter als auch die polaren Stratosphärenwolken zeigen werden. Eine weitere Chance gibt sich im März auf der Reise Wintermärchen unter Nordlichtern (noch wenige freie Plätze, Anmeldung per sofort).

In Island seltenes Phänomen, die polaren Stratosphären- oder Perlmuttwolken. Bild Eggert; Ostisland, 03.02.2018

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