Sumardagurinn fyrsti

Am ersten Sommertag dauert es noch ungefähr zwei Monate bis der Islandmohn zu blühen beginnt. 22.06.2013

Am ersten Sommertag dauert es noch ungefähr zwei Monate bis der Islandmohn zu blühen beginnt. 22.06.2013

In Island wird heute der erste Sommertag, sumardagurinn fyrsti gefeiert.  Dieser ist immer am Donnerstag nach dem 18. April und verschiebt sich jährlich etwas. Es ist der erste Tag im Monat Harpa des Mondkalenders. Viele Läden und Büros bleiben geschlossen.

Die Jahreszeit Frühling kennt man in Island kaum, es herrscht sechs Monate Winter, auf welche sechs Monate Sommer folgen. Mit Temperaturen und Klima hat der isländische Jahreszeitenwechsel nicht viel zu tun. Im Gegenteil, es ist ein Brauch am Abend des letzten Wintertages eine Schale mit Wasser nach draussen zu stellen und falls sich am Morgen des ersten Sommertages eine Eisschicht gebildet hat, sind die beiden Jahreszeiten zusammen gefroren, was als Zeichen für einen guten Sommer gilt. Dem heutigen isländischen Wetterbericht kann man entnehmen, wie es demnach um die kommenden Monate bestellt ist.

In früheren Zeiten war sumardagurinn fyrsti ein Zeichen dafür, dass man die harten Wintermonate überstanden hatte und Chance bestand, die mehrheitlich leere Speisekammer wieder zu füllen. Heutzutage freut man sich viel mehr darauf, endlich die Sommerkleider aus dem Schrank zu holen und anzuziehen. Die Isländer achten dabei nicht so sehr auf das aktuelle Wetter.

Die Verfasserin verbrachte das letzte Winterwochenende in Reykjavik und Umgebung. Die Pflanzenwelt zeigt noch wenige Frühlingsanzeichen. Einzelne kleine grüne Gräser sind beim genauen Hinschauen zu entdecken, aber das Laub der Bäume fehlt noch gänzlich. Im Unterschied zu Mitteleuropa sind in den Gärten noch keine blühenden Blumen zu entdecken und dennoch sind Frühlingsboten angekommen. Tagsüber kann man sie entdecken und in der Dämmerung auch bestens hören, die Vögel, welche sich auf die Brutzeit vorbereiten. In der Bildergalerie einige entdeckte Exemplare. Leider kein Bild existiert in der eigenen Fotosammlung von „Hrossagaukur“, der Bekassine oder Himmelsziege, welche ein eigenartiges Geräusch beim Sturzflug mit dem Schwanz von sich gibt. Die Sommerboten Papageitaucher und Küstenseeschwalben lassen noch etwas auf sich warten.

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.