Keflavik bei sonnigem, windigem und salzigem Gluggavedur

Sonnenaufgang hinter der Fensterscheibe bei Gluggavedur in Keflavik. 23.09.2020

Zweiter Quarantänetag, bereits beim Aufwachen war der Wind nicht zu überhören, er blies heftig und es war offensichtlich, die geplante Radtour würde sich für den heutigen Tag nicht empfehlen. Isländer bezeichnen dieses Wetter als „gluggavedur“, übersetzt Fensterwetter. Schaut man aus dem Fenster nach draussen, ist alles wunderbar, die Sonne scheint herrlich, aber die Bedingungen draussen sind ungemütlich. Selbst wenn das Thermometer fünf Grad anzeigt, ist die gefühlte Temperatur bei starkem Nordostwind viel tiefer. Wer diesem Wind ausgesetzt an der Küste wohnt, wird auch reichlich mit Salz in Luft bedient.  Aber ich war trotzdem während zwei Stunden winddicht verpackt zu Fuss unterwegs. Keflavik verfügt über eine ausgezeichnete Fussgängerinfrastruktur entlang der Küste. Fast durchgehend gibt es einen breiten Weg, aber genau bei diesem Wind hält man sich besser etwas weg vom Meer, es sei denn man möchte ab und zu von Meerwasser geduscht werden. Der besonders tief gelegene Abschnitt bei Njardvik ist sogar mit Schildern versehen und warnt vor hohem Seegang – dazu muss man aber doch ein bisschen Isländisch verstehen, es wird in keiner anderen Sprache gewarnt. Trotz des heftigen Winds und der nach kurzer Zeit gesalzenen Brille war es ein wunderbarer Spaziergang in im wahrsten Sinn des Wortes erfrischenden Wetter. Abstand halten war äusserst einfach, bei Gluggavedur ist kaum jemand zu Fuss unterwegs! Der Drang zur Notdurft, für welche man während der Quarantäne keine öffentlichen Anlagen benützen darf, trieb mich schlussendlich zurück. Radtour und Foto-Langzeitaufnahmen mit Stativ waren heute nicht möglich, morgen fraglich. Aber ich sass schon mal eine Weile im stehenden Camper und begann meine Dinge, die ich mitnehmen will bereitzulegen. Soeben, 19.30 Uhr packte ich nun doch meine Kamera aus. Meine Aurora App meldet Nordlichtalarm. Der Himmel ist teilweise klar, ab und zu rasen Wolken durch. Mal schauen, wo sich in der Siedlung ein dunkler geeigneter Ort finden lässt, sobald es dunkel wird – wegfahren darf ich nicht und werde mir behelfen müssen. 

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