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Glitsky og nordurljos – Perlmuttwolken und Nordlichter

Perlmuttwolken, isländisch  Glitsky über Laugarvatn. 31.12.2025, 11 Uhr

Glück ist, wenn der letzte Tag des Jahres eine besondere Rarität in Form von Perlmuttwoken am Himmel über Laugarvatn offenbart. Während der Silvesterreise gingen selbst unsere Wünsche für Nordlichter in Erfüllung, auch wenn es nicht ein ganz so heftiger Sonnensturm war, welcher am 19. Januar 2026 Polarlichter am Schweizer Himmel leuchten liess.

Der 31. Dezember 2025 startete mit einem schönen Tagesanbruch auf dem Weg zu Geysir. Kurzfristig entschieden wir uns zum Umweg via Laugarvatn und stoppten bei der Baustelle des Fontana-Bades. Gleich beim Aussteigen aus dem Fahrzeug fielen sie mir auf und meine Begeisterung war riesig. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich Perlmuttwolken oder mit wissenschaftilchem Namen polare Stratosphärenwolken. Die Isländer gaben ihnen das schöne und passende Wort „glitsky“, was so viel wie Glitzerwolken bedeutet. Im Beitrag vom Februar 2018 schrieb ich über meine Recherchen zu Perlmuttwolken, weil Eggert so tolle Bilder aus Ostisland geschickt hatte. Nun aber durfte ich diese mit eigenen Augen bewundern und konnte mein Glück kaum fassen. Ob man sie Glitzer- oder Perlmuttwolken nennt ist egal, beide Wörter beschreiben sie perfekt, sie glitzern wunderschön in weiss und Perlmuttfarben am Himmel. Im Gegensatz zu Nordlichtern, welche man aktuell dank hoher Sonnenaktivität bei klarem Himmel in Island relativ oft beobachten kann, sind „Glitsky“ viel seltener. Auf noch nördlicheren Breiten von 80° und mehr zeigen sie sich häufiger. Es gibt sie nur im Winter und wenn in der Stratosphäre, in 15 bis 25 Kilometer Höhe sehr tiefe Temperaturen von unter -78 Grad Celsius herrschen und der Wasserdampf kondensiert. Gegebenenfalls kann man die Perlmuttwolken kurz vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang sehen, also noch während der Dämmerung. So ist es optimal, wenn es während der kürzesten Tage in Island erst ab zehn Uhr hell wird. Um elf Uhr zeigte sich uns dieses wunderbare und aussergewöhnliche Naturphänomen. Was für ein Geschenk und grossartiger Jahresabschluss!

Die ersten Nordlichter der Reise wurden uns eher um die Frühstückszeit serviert und nicht abends oder in der Nacht, wie man es erwarten würde. Wie gut war es noch dunkel als kurz vor acht Uhr am Morgen der Himmel bei Hotel A im Borgarfjördur aufriss und exklusiv für uns als einzige Hotelgäste leuchtete.

An Silvester war der Himmel über Selfoss einigermassen klar, aber es gab keine Polarlichter zu bewundern, im Gegensatz zur Silvesterreise 2022/23.

Trotz Sternen leuchtete in Selfoss alles andere, aber nicht die Nordlichter. 31.12.2025

Sie zeigten sich dann am Neujahr auf dem Weg nach Keflavik wieder, allerdings nicht sehr stark, der fast volle Mond war sehr hell.

Eher schwache Nordlichter in Vatnsleysuströnd bei fast Vollmond. 01.01.2026, 21 Uhr

Intensiver tanzten die Nordlichter  am 2. und 4. Januar beim Ferienhaus in Vatnsleysuströnd. Timelaps-Video von ungefähr 900 Bildern während einer knappen halben Stunde,  2. Januar ab 20 Uhr.

Der helle Mond war beim Fotografieren eine Herausforderung, am 4. Januar waren es zusätzlich die schnell wechselnden Wolken, die mich mehrmals ins und aus dem Haus trieben.

Am 18. Januar las ich von einem grossen koronalen Massenauswurf, welcher eventuell die Erde in der Nacht vom 19. Januar erreichen würde. Ich setzte mir eine Erinnerung in den Kalender und machte die Fotoausrüstung bereit. Die Vorhersagen deuteten auf eine hohe Aktivität in den frühen Morgenstunden, aber es kamen immer mehr Alarme auf mein Handy und in den sozialen Medien wurden schon fantastische Bilder aus Island gepostet. So zog ich um 22 Uhr zu Fuss von Zuhause los und wurde schon nach wenigen Metern von rötlichem Himmel überrascht. Wie praktisch, wenn gleich am Dorfrand kaum Lichtverschmutzung herrscht. Der Naturpark Gantrisch ist bekannt für seinen „Dark Sky“, den dunklen Himmel und lag glücklicherweise über dem Nebel des Mittellandes. In den folgenden neunzig Minuten gab es ein tolles Schauspiel über dem Schneemann, den Kinder vor einiger Zeit gebaut hatten und nun einen tollen Vordergrund bot. Zwischendurch waren am vorwiegend roten Himmel grüne Flecken und Streifen zu sehen, welche teilweise stark aufleuchteten. Das waren für mich nach dem 10./11. Mai 2024 die zweiten starken Nordlichter in der Schweiz, am Neujahrsabend 2025 gab es schwächere mit der Kamera zu sehen. In den Medien war zu lesen, der Sonnensturm vom 19. Januar sei der stärkste seit 20 Jahren gewesen.

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