Wintermärchen mit Abschied – Reisebericht

Hofsos präsentiert sich am Hafen märchenhaft winterlich. 13.03.2026

Wie es sich für Märchen gehört, erlebten wir auf der Reise Wintermärchen unter Nordlichtern die ganze Spannweite von romantisch bis hin zu etwas brenzligen Situationen. Wir starteten mehr oder weniger ohne Schnee, wurden aber im Norden von Frau Holle richtig weiss eingedeckt.

Wettermässig hielt das Wintermärchen ein bisschen von allem bereit. Sonne, Wolken, Wind, Sturm, Schnee und wenig Regen begleiteten uns durch die Reisewoche – wie es es für Island ach so typisch ist. Bei Kolugljufur drohte uns heftigster Wind von der vereisten Brücke zu wehen, fotografieren war eine Herausforderung. In Akureyri konnte entweder an der Sonne flaniert oder auf einer Bootstour Wale beobachtet werden. Und in Siglufjördur wurden wir in tiefsten Winter versetzt, die Bergkulisse zeigte sich nicht. Die Fahrt in den Westen war dehalb abenteuerlich, Eggert liess sich durch die schlechte Sicht nicht beirren und brachte uns sicher zum Krater Grabok, wo wir mit Spikes an den Schuhen nach dem Aufstieg mit Sonne belohnt wurden. Erst später wurde uns bewusst, dass wir genau zwischen schnee-, lawinen- und unfallbedingten Strassenschliessungen ohne Wartezeiten durchkamen – wie im Märchen eben. Unterwegs genossen wir einzigartige Wetterstimmungen und Fotomotive. Diese lassen sich nicht planen und schon gar nicht buchen, aber man muss sie im Augenblick aufnehmen und festzuhalten versuchen.

Wie schnell das Wetter wechseln kann, lernten wir schon am ersten Abend in Borgarnes. Ein Spaziergang startete mit Schneefall, der sich eher in Regen wandelte. Aber kurz vor der Rückkehr ins Hotel entdeckten wir am Himmel zuerst einen Stern, dann zwei Sterne und innert kürzester Zeit war der Himmel klar und ein, vor allem mit Handy und Kamera sichtbares grünes Band zeigte sich über dem Ort. Das neuste Kapitel im Nordlicht-Märchenbuch begann. Am zweiten Abend in Laugarbakki klarte es in den frühen Morgenstunden auf und einige wenige Nachtschwärmer konnten die Nordlichter sehen. Die Folgenächte waren bewölkt und liessen uns schlafen, was gut war für die zweitletzte Nacht in Hotel A im Borgarfjördur, wo wir dann mit wechselnder Bewölkung mit Polarlichtern verwöhnt wurden. 

Märchenhafte Wasser erlebten wir immer wieder auf der Reise. Vereist zeigte sich die Schlucht Kolugljufur im Vididalur, im wunderschönen Abendlicht präsentierte sich der Götterwasserfall Godafoss und im Borgarfjördur legte sich die Morgensonne genau im richtigen Moment über die Lavawasserfälle Hraunfossar, unglaublich hellblau war das Wasser beim etwas oberhalb gelegenen Barnafoss (Kinderwasserfall). Bekanntlich gibt es in Island auch warmes und heisses Wasser, letzteres sprudelte uns in Deiltartunguhver beim farbigen Felsen mit erstaunlicher Vegetation entgegen, schweflig riechts dagegen bei den Solfataren von Hverir bei Namaskard am Myvatn. Dort bewunderten wir ehemaligen Badehöhlen Grjotagja nur mit den Augen, es ist verboten ins Wasser zu steigen, aber dies taten wir im Geosea-Bad von Husavik und im Hot Pot von Siglohotel.

Das Stadarholl-Märchen mit Gastgeberin Bryndis ging auf dieser Reise zu Ende. 2003 lernte ich Bryndis auf meiner allerersten Islandreise kennen, als es in Stadarholl auch noch einen Campingplatz gab. Viele weitere Begegnungen folgten, in den letzten Jahren konnten wir mit unseren eigenen Kleingruppen dort gastieren und viel Privatsphäre geniessen. Die Küche dürfte allen in bester Erinnerung bleiben, von der Lammkeule schwärmen gar viele. Es war mir eine Ehre, Bryndis noch eine sinnbildliche, goldene Tasse mit einem riesigen Dankeschön für die einzigartigen Momente überreichen zu dürfen. So traurig es ist, wenn ein Märchen zu Ende geht, so sehr wünschen wir Bryndis nach dreissig Jahren mit sehr viel Arbeit, gesundheitliche Erholung und alles Gute, Tochter Birna und der Familie Erfolg mit dem neuen Konzept in Stadarholl. Takk fyrir allt, danke für alles!

Die Wintermärchenreise 2027 ist in Vorbereitung. Nach einer mehrjährigen Serie von Reisen in den Norden, werden wir wieder einmal im Süden und Westen unterwegs sein, kombiniert mit dem Reykjavik Lights Festival (vergleichbar mit dem Fete des Lumieres Murten, Lichtfestival Luzern, Museumsnacht Bern). In der Reisezeit vom 04. bis 13. Februar 2027 ist es noch dunkler als dieses Jahr im März. Zusammen mit dem Neumond steigen die Nordlichtchancen. Das Reiseangebot erscheint bald, Interessierte dürften sich gerne schon jetzt per Mail melden.

4 Kommentare

  1. Ich war 2025 auf Wintermärchenreise, eine meiner schönsten Reisen! Eure diesjährige Reise habe ich im WhatsApp-Status verfolgt und euch in Gedanken begleitet. Wie schön, jetzt auch den Bericht zu lesen. Danke, liebe Marianne!
    Herzliche Grüße aus Berlin,
    Kirsten

    • Danke für deine Zeilen liebe Kirsten. Es ist immer unglaublich, wie verschieden eigentlich gleiche Touren sind. Herzliche Grüsse Marianne

  2. Danke für diese wunderbare und an Erlebnissen reiche Reise! Ein „Rundum-Paket“ das für mich keine Wünsche offen ließ.

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