
Flaumiges Küstenseeschwalben-Kücken im taunassen Gras. 22.06.2015
Es kreischt in der Luft und kaum eine Küstenseeschwalbe sitzt ruhig an einer Stelle. Es sei denn die Vögel sitzen mit senkrecht himmelwärts gerichtetem Schwanz brütend auf den Eiern im Nest.
Arctic Turn ist der englische Name für Küstenseeschwalbe und gleichzeitig ein gute Beschreibung der weiten Reise, welche diese aerodynamisch geformten Vögel alljährlich unternehmen. Sie legen bis zu 70 000 km zurück, fliegen aus der Antarktis in arktische Gebiete um sich zu paaren, zu brüten, die Kücken zu füttern und bis zur Flugfähigkeit aufzuziehen. Island ist eine bevorzugte Destination und die Gletscherlagune Jökulsarlon wegen der guten Nahrungssituation sehr beliebt bei den Küstenseeschwalben.
Kria heisst die Küstenseeschwalbe in Island. Wer einem Nest zu nahe tritt, weiss spätestens dann, woher der Name rührt. Der Schrei der Krias lässt jeden erschrecken. Es ist ein Warnschrei, bevor die Vögel mit dem roten Schnabel den höchsten Punkt der Gefahr angreifen. In der Nähe von Küstenseeschwalben ist es sinnvoll den eigenen Kopf mit einem Gegenstand zu schützen. Die Küstenseeschwalben sind aggressiv, wenn es um die Eier und die Kücken geht. Diese sind oft ganz ungeschützt auf dem Boden, am Strand in den Steinen, irgendwo im Gras oder neben dem Parkplatz bei der Gletscherlagune. Hier machen ihnen besonders die Raubmöwen das Leben schwer, aber auch für andere Möwenarten, den Polarfuchs und den Nerz sind Eier und Jungvögel ein begehrter Leckerbissen. Eine Chance haben die Küstenseeschwalben, wenn sie im Verband gegen Angreifer kämpfen und manchmal treiben sie diesen erfolgreich in die Flucht. Weiterlesen →