Zur grossen Zahl gesichteter Vögel während der Inselumrundung im April passt ein interessanter Artikel auf der Webseite der Natur- und Ingenieurwissenschaften der Isländischen Hochschule (Verkfraedi- og natturuvisindasvid Haskola Islands) bestens. In diesem werden die Resultate der Untersuchung zum Ankunftsdatum von Zugvögeln in Island präsentiert. Die Erkenntnisse sind in diesem Beitrag Google übersetzt und zusammengefasst, sie werden ergänzt mit eigenen Eindrücken. Die unglaubliche Vogelvielfalt zum Winterende und Sommeranfang auf der vergangenen Privattour ist mit ein Grund eine neue Kleingruppenreise für 2027 in diesen Zeitraum zu organisieren.
Jon Mar Halldorsson, der Autor des Berichts erhielt vom Biologen Yann Kolbeinsson gesammelte Daten zur Ankunft von bekannten Zugvögeln über den Zeitraum von 1998 bis 2026. Beobachtet wurden der Regenbrachvogel, der Singschwan, die Heidegans und die Küstenseeschwalbe. Die Untersuchung zeigt eindeutig, dass die Brutvögel früher nach Island kommen, was auch grafisch bewiesen wird.
Der Regenbrachvogel erreichte Island 1999 am 26. April, 2026 wurde er schon am 9. April gesichtet. Diese Vogelart überwintert an der Westküste Afrikas, macht teilweise einen Zwischenstopp auf den Britischen Inseln, aber kann auch die ganze Strecke auf einmal zurücklegen. Bei meinem letzten Aufenthalt vom 16. bis 30. April, habe ich den „trällernden“ Vogel noch wenig gehört und gesehen. Für ein Bild war er zu schnell unterwegs.
Der Singschwan kam in früheren Jahren oft erst im Laufe des März nach Island, aber 2026 war er schon am 25. Februar zugegen. Das Wintergebiet der Schwäne liegt auf den Britischen Inseln, schätzungsweise fünf Prozent bleiben auch im Winter auf Island. Eigene Eindrücke lassen mich vermuten, dass die Tendenz zu bleiben zunehmend ist. Singschwäne sind im Winter hier und dort zu sehen.
Die Heide- oder Kurzschnabelgans überwintert ebenfalls auf den Britischen Inseln, kam um die Jahrhundertwende in der ersten Aprilhälfte nach Island, 2026 traf sie am 21. März ein. Auf der Rundreise entdeckten wir unglaubliche viele Gänse, welche vermutlich bald zu brüten beginnen. Sie waren sowohl entlang der Küste, als auch in höheren Lagen wie im Gebiet von Mödrudalur zu sehen. Gemäss eigenen Beobachtungen gibt es auch Gänse, welche in Island überwintern.
Die Küstenseeschwalbe reist über grosse Distanzen. Sie verbringt den Winter auf Inseln nahe der Antarktis und braucht von dort ungefähr 40 Tage bis Island, der Rückweg dauert nur ungefähr halb so lange. 2026 wurde die Küstenseeschwalbe schon am 9. April gesichtet, deutlich früher als in den letzten Jahrzehnten. Im Vorjahr erreichte sie Island erst am 25. April. Auf der vergangenen Reise und rund um mein Ferienhaus habe ich noch keine Küstenseeschwalben gesehen. Ich pflege eine Art Hassliebe zu dieser Vogelart, bewundere sie zum einen, mag aber ihre ihre angriffige Art gar nicht.
Die ornithologische Vielfalt in der zweiten Aprilhälfte begeisterte mich. Auffällig laut war die Bekassine, sei es wegen ihres üblichen Rufes, aber auch wegen des Heulens, wenn sie sich vom Himmel stürzt. Sie wird deswegen auch Himmelziege genannt und war fast immer und überall zu hören. Farblich gut getarnt, sitzt sie oft im Gras und ist dort nicht leicht zu entdecken.
Ganz anders war es mit den Schneehühnern, welche verhältnismässig gross sind und im weissen Winterfederkleid in der Natur auffallen. Sie bleiben auch im Winter in Island, waren nun aber meistens zu zweit zu sehen, das Männchen mit dem auffälligen roten Streifen über dem Auge, das Weibchen wirkt etwas zerzaust, da es beginnt die Farbe des Gefieders zu wechseln.
- Schneehuhn-Paar beim Godafoss. 25.04.2026
- Schneehahn mit dem roten Streifen über dem Auge. Godafoss. 25.04.2026
- Das Schneehuhnweibchen wechselt gerade seine Gefiederfarbe: Reykjanes, 29.04.2026
Liste weiterer gesichteter Vögel zwischen dem 16. und 30. April 2026:
- Vatnsleysuströnd (Halbinsel Reykjanes): Stare, Rotdrossel, Goldregenpfeifer, Rotschenkel, Austernfischer, Uferschnepfe, Ringelgänse, Eiderenten
- Thingvellir: Kragenente
- Südosten: Nonnengänse, Sterntaucher, Schneeammer
- Borgarfjördur Eystri: Papageitaucher
- Osten: Weissschwanz-Seeadler
- Myvatn: Reiherente, Spatelente
- Siglufjördur: Gryllteiste
- Borgarfjördur: Eule (Bild nur unscharf)
- Goldregenpfeifer. Vatnsleysuströnd, 29.04.2026
- Ringelgänse. Vatnsleysuströnd, 17.04.2026
- Uferschnepfe. Vatnsleysuströnd, 18.04.2026
- Rotschenkel Vatnsleysuströnd, 29.04.2026
- Star im Brautkleid. Reykjavik, 19.04.2026
- Kragenente. Thingvellir, 20.04.2026
- Schneeammer bei Jökulsarlon. 22.04.2026
- Rotdrossel. Studlagil, 24.04.2026
- Weissschwanz-Seeadler. Studlagil, 24.04.2026
- Papapgeitaucher. Borgarfjördur Eystri, 23.04.2026
- Spatelenten-Paar. Myvatn, 25.04.2026
- Reiherenten am Myvatn. 25.04.2026
- Gryllteiste. Siglufjördur, 26.04.2026
- Unscharfe Eule im Borgarfjördur. 26.04.2026
Die Papageitaucher zahlreich beobachten zu können, war ein absolutes Highlicht, das Fauna-Erlebnis rundeten die Rentiere und zwei Polarfüchse ab, von denen sich der eine im weissen, der andere dunklen Pelz zeigte. Da wächst schon die Spannung, was wir 2027 auf der Umrundung zwischen den Jahreszeiten entdecken werden.
- Weisser Polarfuchs unweit von Gullfoss. 21.04.2026
- Dunkler Polarfuchs beim Abzweig zum Dettifoss. 24.04.2026
- Rentierherde in den Ostfjorden. 23.04.2026

























