23. Dezember 2015

23. Dezember: Jolasveinar Ketkrokur und Thorlaksmessa

Einer der Jolasveinar im isländischen TV. Bild Eggert, 20.12.2015

Einer der 13 Jolasveinar zu Gast beim TV-Sender N4. Bild Eggert, 20.12.2015

Am 23. Dezember erscheint der Fleischangler, der 12. Weihnachtsgeselle Ketkrokur. Traditionell wird an diesem letzten Tag vor Heiligabend, der Thorlaksmessa Gammelrochen, kaest skata gegessen.

Ketkrokur, (der Fleischangler)

Am Schornstein sitzt er, guckt herunter,

und was er sieht, das macht ihn munter.

Im Rauchfang unten die fetten Happen,

den Haken hat er, um sie zu schnappen.

Da fühlt sich mancher schlecht betrogen,

das Weihnachtsessen ist weggeflogen.

Nun gilt es gut auf den für das Weihnachtsfest gefüllten Kühlschrank aufzupassen, damit der bereits gekaufte Braten nicht fehlt. Ketkrokur ist einer der 13 isländischen Jolasveinar, die ab dem 12. Dezember aus den Bergen zu den Menschen gehen, um sich Essen zu ergattern oder die Leute ein bisschen zu erschrecken. Es hat sich herumgesprochen, dass die Party der Jolasveinar in Dimmuborgir (Dämmerburgen) am Myvatn in Nordisland statt findet. Ab dem 25. Dezember kehren sie dann einer nach dem anderen wieder zu Mutter Gryla und Vater Lepaludi zurück.

In einem Blog vom letzten Dezember sind sämtliche Weihnachtskobolde aufgelistet.

Ein Spiegelartikel erklärt mehr über den Gammelrochen.

15. Dezember 2015

Gletscherwanderung Solheimajökull – es ist noch möglich

Unterwegs auf dem Solheimajökull, spannend und einzigartig. 15.11.15

Unterwegs auf dem Solheimajökull, spannend und einzigartig. 15.11.2015

Am Klimagipfel in Paris wurden wieder erschreckende Prognosen für die arktischen Gebiete und die Gletscher bekannt. Wer noch einen Gletscher zu Fuss erleben möchte, sollte dies nicht zu weit in die Zukunft verschieben, sondern das Vorhaben baldmöglichst angehen. In Island ist dies relativ einfach und ohne Vorkenntnisse möglich. Dass man geführt aufs Eis geht, versteht sich von selbst. Die Gefahren sind die gleichen wie in den Alpen, das Eis ist in Bewegung und zusätzlich lauern unter den Eisschildern noch Vulkane. Die Anfahrtswege sind kurz, da es noch Gletscherzungen gibt, welche mehr oder weniger bis auf Meereshöhe hinunter kommen, so der Svinafellsjökull (Teil des grössten Gletschers Eurooas Vatnajökull beim Skaftafell Nationalpark im Südosten) oder ein Ausläufer des Myrdalsjökulls im Süden. Hier liegt der Solheimajökull, dessen Anfahrtsstrasse seit kurzem asphaltiert ist. Tagtäglich und wenn das Wetter es zulässt, werden hier unterschiedliche Gletschertouren und Eisklettern angeboten ab/bis Reykjavik. Die Blogverfasserin hat dies im November mit der einfachsten Tour getestet. Weiterlesen →

8. Dezember 2015

Kunst aus Treibholz

Treibholz und Lava auf dem Balkon. Gesammelt von Marianne Wittwer, Transport Engeloch-Reisen, Verarbeitung Michel Horn Dienstleistungen. 06.11.2015

Treibholz und Lava auf dem Balkon. Transport Engeloch-Reisen, Verarbeitung Michel Horn Dienstleistungen. 06.11.2015

Treibholz war in Island für viele Jahrhunderte ein wertvolles Gut, da dies auf der kahlen Insel das einzige Holz war, welches nicht importiert werden musste. Die Farmer markierten angeschwemmte Holzteile, welche an ihren Stränden lagen, sofort mit Brandzeichen, um diese vor Diebstahl zu schützen. Das Holz wurde unter anderem gerne für den Hausbau, vor allem den Innenausbau genutzt. Ein Beispiel dafür ist die Ausstattung der Torfkirche Vidimyri bei Varmahlid. Viele Strände dürften leerer ausgesehen haben als heute, wo in einzelnen Gebieten an den Küsten viel Treibholz lagert. in der modernen Zeit ist es einfacher in den Heimwerkermärkten das passende, eingeführte Holz zu kaufen. In Strandir wird das Holz noch für Zaunpfähle genutzt und mancherorts stehen Waschleinenpfähle vor den Häusern.  Weiterlesen →

27. November 2015

Islands Energiepotential

Es dampft am Myvatn natürlich aus dem Boden und aus dem Bohrloch. 29.08.2015

Am Myvatn dampft es natürlich aus dem Boden und heftig aus dem Bohrloch. 29.08.2015

Dieser Beitrag entstand anlässlich der Ausstrahlung einer Sendung von Arte (Link am Schluss).

Gar manches Land dürfte neidisch sein auf das unerschöpfliche Angebot an natürlichen Energieressourcen, welche Island zur Verfügung stehen. Ein grosser Anteil der Häuser Islands wird mit geothermalem Wasser geheizt, welches nicht sehr weit unter der Erdoberfläche mit Bohrungen erreicht wird. Dort wo das Wasser im Boden sehr heiss ist, bohrt man tiefer und mit dem gewonnenen Dampf wird Strom produziert. Geothermische Kraftwerke gibt es diverse auf Island, zum Beispiel auf der südwestlichen Halbinsel Reykjanes, Hellisheidi und Nesjavellir am Vulkan Hengill unweit von Reykjavik und im Myvatngebiet bei Reykjahlid und am Fusse des Vulkans Krafla. Mit dem Restwasser des Kraftwerks Svartstengi wurde das berühmteste Bad Islands, die Blaue Lagune geschaffen. Viele Schwimmbäder und Hot Pots werden mit geothermischem Wasser gefüllt und sind dementsprechend günstig im Betrieb. Die Haushalte werden mit warmem Wasser versorgt, in Treibhäusern können nahe am Polarkreis Gemüse produziert werden und einzelne Strassenzüge in Reykjavik sind ebenfalls geheizt, so dass es keine Schneeräumung braucht. Was für eine Gunst mit der Island von seiner Natur verwöhnt wird! Für den Islandbesucher ist einzig der teilweise schweflige Geruch beim Duschen etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man sich überlegt, dass dieses Wasser von der Natur bereitgelegt wird, nimmt man es gerne in Kauf. Weiterlesen →

21. November 2015

Isländer, Ausländer, Flüchtlinge

Während der Kulturnacht hat es besonders viele Leute in Reykjavik. 20.08.2011

Während der Kulturnacht hat es besonders viele Leute in Reykjavik. 20.08.2011

Gemäss Statisik wurde im Jahr 2015 zum ersten Mal in der Geschichte Islands die Einwohnerzahl von 330’000 überschritten. Am 30. September waren gemäss Wikipedia 331’310 in Island wohnhafte Personen registriert.

Auf den Reisen kommt nicht selten die Frage auf, wie gross der Ausländeranteil in Island ist. Die genaue Antwort wurde vor nicht langer Zeit veröffentlicht: 8,9 % der in Island lebenden Leute sind Immigranten, was eine Zunahme von 0,5 % bedeutet verglichen mit 2014 (Vergleich vom Bundesamt für Statistik Ende 2014: Schweiz 24,3 %, Deutschland 14,9 %).  . Die Zunahme des Ausländeranteils ist seit 2012 konstant geblieben, damals waren es 8%. Auch die „Secondos“ (zweite Generation) verzeichnet eine Zunahme um gut 400 Personen vom letzten Jahr zu 2015.

Die grösste Immigrantengruppe sind die Polen, welche mehr als einen Drittel der Ausländer ausmachen. Zu Jahresbeginn lebten fast 11’000 Polen in Island. Dann folgen in der Statistik Leute aus Litauen und den Philippinen. Weiterlesen →