Färöer Teil 3 – unglaublich, sagenhaft

Jeder Ort hat seinen Fussballpaltz, hier Sorvagur. 29.04.2018

Das dritte von Visit Faroe Islands gewählte Werbeargument heisst „unbelievable“, übersetzt unglaublich oder sagenhaft. Der 3. Teil der Färöerserie widmet sich den Aspekten, die wirklich erstaunen, während der 2. Teil die Unberührtheit betonte und der Teil 1 aufzeigte, wie unentdeckt, die Inseln noch sind. Es gibt tatsächlich Unglaubliches, was ich schon bei meinem ersten, kurzen Aufenthalt erfahren oder gesehen habe. So wird dieser Post eher zu einer Aufzählung.

Fussball total 

Die Fussballbegeisterung auf den Färöern kennt keine Grenzen! Das Nationalstadion ist in der Hauptstadt Torshavn, aber fast jeder Ort hat sein eigenes Fussballfeld. Auch wenn dieses noch so klein ist, soll jeder Färinger die Möglichkeit haben, Fussball zu spielen. Der Fussballrasen von Eidi im Norden lag so nahe am Meer, dass dieser bei Sturm immer wieder überflutet wurde. Nun hat der kleine Ort ein etwas höher gelegeneres Feld erhalten und das alte dient als Campingplatz. 

Kleiner Fussballplatz im kleinen Ort Tjornuvik. 30.04.2018

Färöer und Google 

Die Einwohner der Färöer sprechen ihre eigene Sprache, Färöisch natürlich! Mehr und mehr Besucher möchten wissen, wie man etwas in dieser Sprache sagt. Leider lehnte Google es ab, für diese, von nur etwas mehr als 50’000 Personen benutzte Sprache einen Translatedienst zu erstellen. So halfen sich die Färinger selbst und kreierten eine App, in der ein Begriff erfragt werden konnte und die Bewohner antworteten in Form eines kurzen Videos. Die Antwort konnte einige Zeit auf sich warten lassen, aber an Originalität ist dies kaum zu übertreffen, wie das Video zu Faroe Translate zeigt.

Aber damit noch nicht genug, in Google Map waren auch keine Streetview-Bilder der Inseln zu sehen. Eine Bewohnerin startete deshalb mit der Sheepview-Idee (Schafsicht-Idee)! Es kurvt kein Google-Auto auf den Inseln, aber immerhin liess Google Kameras verteilen.  Es lohnt sich die beiden Videos anzuschauen. 

Google Sheepview
https://www.youtube.com/watch?v=oFdRTfF03X4

Google is coming

Im Oktober 2017 erschien ein Artikel im Der Spiegel darüber, wie die Färinger die Aufmerksamkeit von Google auf sich zogen.

Stolze Färinger

Die Färinger sind sehr stolz auf ihre Nationalität und es scheint, als bleiben sie gerne auf den Inseln. Dies ist vielleicht nicht so erstaunlich, wenn man merkt, dass die Wirtschaft gut funktioniert und die Färöer Inseln mittlerweile ein moderner Inselstaat sind, in welchem  die Einwohner einen gewissen Wohlstand geniessen. 

Fischerei

Die Fischerei ist mit 95% der wichtigste Wirtschaftszweig der Färöer und wiederum 50% davon fällt auf die Fischfarmen. Vielerorts sieht man in den Fjorden und zwischen den Inseln Ringe mit Netzen, in denen die im Aufzuchtbecken gezüchteten Fische schwimmen. Die Wassertemperatur des Atlantiks ist rund um die Färöer sehr konstant und beträgt während dem ganzen Jahr 7-9°Celsius. Der Golfstrom bewirkt, dass die Gewässer auch im Winter nicht zufrieren. Wo Ringe im Wasser schwimmen, ist eine Fischfabrik nicht weit. Die Färinger haben bereits viel Erfahrung mit Fischfarming, züchten vor allem Lachs, aber verkaufen mittlerweile auch ihr Knowhow, zum Beispiel wie lange die kleinen Fisch brauchen um im Meer überleben zu können. Russland ist ein wichtiger Handelspartner, doch auch die Isländer können viel dazu lernen.

Lammfleischimport

Auf den Färöern wird sehr viel Fisch gegessen, ob aus Wildfang oder von der Fischfarm. Aber auch Lammfleisch ist beliebt. Weil durchschnittlich 28 kg Lammfleisch (Mitteleuropa 8 kg) pro Person und Jahr gegessen wird, muss Fleisch vom Nachbarn Island importiert werden.

Junge Lämmer in Saksun. 30.04.2018 

Walfang

In einem Punkt machen sich die Färöer fast weltweit unbeliebt. Es ist genau dann, wenn sie nach alter Tradition Grindwale jagen, indem sie diese mit Booten ins Hafenbecken drängen und junge Männer sie dort erlegen und sich das Meerwasser rot färbt vom Blut. Der Walfang ist auf den Färöern nicht kommerziell und man erlegt, was man braucht. Gemäss einer Einwohnerin meidet die Reederei Costa deswegen die Färöer Inseln. 

Färöboote

Die Färöer hatten traditionell eine eigene Bootsgattung, die es nur auf den Inseln gab. Die Boote sind schlank und leicht und mussten sich in der starken Strömung zwischen den Inseln bewähren und den Fallwinden von den Bergen trotzen. Wegen des allgemeinen Holzmangels sollte so wenig Holz wie möglich verwendet werden.  Noch heute sieht man in der Hauptstadt Torshavn einige Färöboote im Hafen liegen. Sie werden auch als Sportgeräte zum Rudern verwendet und Regatten finden statt.

Dänemark oder nicht

Die Färöer sind eine autonome Inselgruppe, welche zur dänischen Krone gehört. Sie sind eine gleichberechtigte Nation im Königreich, aber senden zwei Abgeordnete ins dänische Parlament und zwei Delegierte in den Nordischen Rat. Anders als Dänemark sind die Färöer kein Mitglied der EU. Auch haben sie mehr oder weniger eine eigene Währung, die Färöische Krone. Diese besteht nur aus eigenen Banknoten, Münzen werden diejenigen von Dänemark verwendet. Die Färöische Krone ist an die Dänische Krone gekoppelt, sie kann auch in Dänemark benutzt werden und umgekehrt. Deshalb ist diese Währung auch viel stabiler als die isländischen Krone. Die Färinger witzeln ein bisschen über ihren Inselnachbarn und sagen, dass sie Geld sparen können, während die Isländer ihr Geld schnell ausgeben müssen, bevor es den Wert verliert. 

Hauptstadt Torshavn

Ein grosser Teil der Bevölkerung (ungefähr 20’000 Personen) wohnt in der Hauptstadt Torshavn und geniesst ein modernes Leben. Torshavn fällt als sehr saubere Stadt auf. Täglich beginnen Angestellte der Stadtbehörden um 04.30 Uhr mit der Strassenreinigung! Neben modernen Gebäuden fallen die zahlreichen gut erhaltenen alten Häuser mit Grasdach auf. Richtig gepflegt wirkt das auf der Halbinsel Tinganes gelegene Regierungsviertel.

Klima und Wetter

Das Klima der Färöer ist stark vom Golfstrom geprägt. Genau wie die Meerestemperatur ist auch die Lufttemperatur sehr ausgeglichen durchs Jahr. Hitzetage fehlen genauso wie tiefe Minustemperaturen. Es ist zu warm für viel Schneefall. Wenns einmal schneit, so bleibt der Schnee kaum liegen. Der Wind ist wie in Island ein dominanter Wetterfaktor , der auch entscheidet, ob Schiffe fahren oder Ausflüge stattfinden können und schnell wechselndes Wetter mit sich bringt. Es ist ratsam gute Kleidung gegen Feuchtigkeit immer dabei zu haben. Mitunter können auch sehr düstere, bedrohliche Wetterstimmungen ihren Reiz haben!

Best of Iceland und die Färöer

Die Färöer sind auf jeden Fall einen Besuch wert (oder auch mehr). Folgende Reisen sind von Best of Iceland geplant/vorgesehen:

  • Im Juni 2019 wird Best of Iceland die Reiseleitung übernehmen, wenn Sommer-Reisen  mit dem Bus nach Island kommt. Während es halbtägigen Stopps von Smyril Line auf den Färöern wird eine halbtägige Exkursion auf den Inseln unternommen und danach kreuzt die Fähre auf einer attraktiven Routen zwischen den Inseln  dem Ziel Island entgegen.
  • Ebenfalls ist eine Reise im Spätsommer geplant und nach den jetzigen Vorstellungen startet die Reise mit einem Flug auf die Färöer, ungefähr drei Nächten auf den Inseln um dann wenn möglich in einer Nacht mit der Fähre nach Ostisland zu gelangen und dort einen weiteren Schwerpunkt zu setzen. 

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