25. März 2016

Isländische Ostereier

Isländisches Osterei. Besitzer und Bild Eggert, 24.03.2016

Isländisches Osterei. Besitzer und Bild Eggert, 24.03.2016

Nicht nur bei uns gibt es Ostereier. Nein, die Isländer kennen und lieben diese auch. Allerdings sind dies keine gefärbten und verzierten Hühnereier, sondern spezielle Eier aus Schokolade, welche es seit Wochen überall zu kaufen gibt. Diese süsse Art kennen wir hier auch als halbe und mit Pralinen bestückte Eier, aber beliebter sind die Schokoladehasen in allen Grössen, vorab die Goldversion von Lindt. Aber schauen wir uns das isländische Osterei doch etwas genauer an. Das Osterei ist hergestellt aus isländischer Schokolade, welche natürlich aus isländischer Milch hergestellt wird. Ganz oben auf dem Ei steht ein gelbes Osterkücken, bei neueren Versionen gibt es anstelle des Kückens einen Plastikschlumpf. Es lohnt sich auch das Schokolade-Ei zu zerstören. Im Innern findet man einen Beutel mit isländischen Süssigkeiten wie mit Schokolade überzogene Karamell-Kugeln, Sahnebonbons, Lakritz, Konfekt, Gelée-Früchte und gefüllte Schokolade. Von aussen nach innen wird das Ei süss und süsser. Genau wie unsere Hasen gibt es verschiedene Grössen, welche von 2 bis 10 nummeriert sind. Aber zusätzlich zu den Naschereien enthält das Ei im Innern auch eine isländisches Sprichwort, welches meistens aus den alten Sagas stammt. Hier seien zwei Beispiele ungefähr übersetzt. Aus der Eyrarbyggia-Saga stammt „margir eru marlíðendr“, was ungefähr wie so werden kann: Viele verschiedene Leute segeln über den Ozean. In der Grettissaga findet man den Satz: „Sitt er hvárt gæfa eða görvileikr“ und dies bedeutet in etwa „eine Sache ist Glück, eine andere Fähigkeit“ . Die Schokolade-Eier werden für die Kinder im Haus oder im Garten versteckt, genau wie bei uns die Osternester und werden sich am Ostermorgen auf die Suche machen.

Das Team Best of Iceland wünscht allen Webseitenbesuchern frohe Ostern – gleðilega páska!

Für diesen Blog hat Eggert sein Ei geöffnet und zeigt, was sich darin befindet – takk fyrir.

22. März 2016

Starker Gletscherschwund am Breidamerkurjökull

Breidamerkurjökull mit Gletscherlagune Jökulsarlon. 04.07.2009, Zeit 22h23

Breidamerkurjökull mit Gletscherlagune Jökulsarlon. 04.07.2009, Zeit 22h23

Der Name des Gletschers tönt speziell und nicht alle Islandreisenden dürften diesen schon wahrgenommen haben. Die gewaltige Gletscherzunge genannt Breidamerkurjökull (was so viel bedeutet, wie „breite Gletschermarkierungen“) liegt im Südosten Islands und ist ein Teil des Vatnajökull. Der Gletscher fliesst bis hinunter auf Meereshöhe und reichte um 1930 bis zum Bereich der heutigen Ringstrasse. Diese gab es damals noch gar nicht. Aber der Gletscher zog sich in diesem Bereich schnell zurück, da sich das Meer einen Zugang verschaffte und das Salzwasser direkt zum Eis gelangen konnte. Eine wunderbare Attraktion wurde dadurch geschaffen: die Gletscherlagune Jökulsarlon. Diese ist zum wahren Touristenmagneten geworden. Fast jeder Islandbesucher, allen voran die Asiaten wollen dieses „Mini-Grönland“ mit den schwimmenden Eisbergen besuchen. Die Eisberge unterscheiden sich aber von anderen arktischen und antarktischen Gebieten der Welt durch die schwarzen Streifen, welche durch abgelagerten Lavasand und Asche entstehen. Im Sommer bietet die Gletscherlagune den Küstenseeschwalben und Raubmöwen beste Nahrungsbedingungen. Im Winter ist es möglich Eishöhlen am Breidamerkurjökull zu besuchen und Tourguide Einar beobachtete während seinen Wintertouren zwischen dem letzten und diesem Winter einen gewaltigen Gletscherrückgang wie Iceland Monitor berichtete. Er hat einzelne Stellen diesen Winter wieder erkannt und den Unterschied gemessen zu den letztjährigen Touren. Sein Resultat lässt sich mit 600 Metern beziffern. Diese Zahl ist absolut erstaunlich und bedenklich, wenn man weiss, dass der letzte Sommer sich lange Zeit hinauszögerte und in den südlichen Bergen Islands so viel Schnee lag, dass die Hochlandrouten erst im Verlaufe des Juli 2015 geöffnet werden konnten. Über ähnliche Beobachtungen am Solheimajökull in Südisland wurde in diesem Blog bereits berichtet. Weiterlesen →

13. März 2016

Traumhafter Wintertag am Myvatn

Blick über den winterlichen Myvatn. 09.03.2016

Blick über den winterlichen Myvatn. 09.03.2016

Bereits am Vorabend waren von der Terrasse von Hotel Gigur in Skutusstadir Nordlichter zu sehen. Diese waren aber eher schwach. Um 1 Uhr klopfte die Nachtwache des Hotels an die Zimmertüre und verkündete stärkere Polarlichter. Dies war ein Grund sich wieder anzuziehen und die Belohnung folgte mit einem tollen Schauspiel am Himmel. Der Morgen zeigte sich zuerst etwas bewölkt und die ganze Winterlandschaft am Myvatn war in weiss gehüllt. Aber bald setzte sich die Sonne durch und je länger der Tag, desto märchenhafter wurde das Gebiet um den See. Aus den Spalten der Badehöhlen Grjotagja stieg ein mystischer Dampf empor. Ein erster Blick auf das Naturbad liess Freude auf den abendlichen Besuch aufkommen. Die Schneeschuhwanderung im tief verschneiten Dimmuborgir war fantastisch, da man sich nicht an die üblichen markierten Wege halten musste. Viele Trolle, Tiere, Gesichter und waren im Sonnenlicht zu erkennen. Im östlichen Bereich war der Myvatn nicht ganz zugefroren und einige Enten liessen sich selbst im Winter entdecken. Die im Sommer grünen Pseudokrater lagen mehrheitlich auf Eis und im zeigten sich im Wintermantel. Die ganze Schönheit liess den grossen Zirkus um die Filmaufnahmen für „Fast & Furious“ rund ums Hotel vergessen und die absolute Krönung dieses Tages bot das entspannende Bad im Jardbödin, wo die Lichter ausgeschaltet wurden um die Polarlichter besser sehen können – purer Luxus aus dem warmen Wasser.

Dieser Tag fand in der Wochenmitte der Reise Nordlichter und heisse Quellen statt. Mehrmals wurden am Abend Nordlichter gesichtet. Die Mitreisenden lernten während der Woche aber auch Sturmwinde, Schnee und Regen kennen, alles in schneller Abwechslung, wie es für Island so typisch ist.

6. März 2016

Whale Watching in Reykjanes mit Buckel- und Finnwalen

Tolle Begrüssung durch einen Buckelwal bei Sandgerdi an der Halbinsel Reykjanes. 05.03.2016

Die Meldung kam in den Nachrichten im TV und den Online Medien. Eine grosse Anzahl von Buckelwalen wurden rund um die Halbinsel Reykjanes gesichtet. Sofort verlegten die Walbeobachtungsanbieter ihre Schiffe nach Sandgerdi und die gebuchten Leute wurden mit Bussen zum Hafen gebracht. Eine sich lohnende Sache für die Teilnehmer und bestimmt auch für die Bootsbesitzer. Eine von Special Tours offerierte Tour hatte kaum begonnen, als ein Buckelwal den Beobachtern eine fantastische  Show bot. Er sprang mehrmals vollständig aus dem Wasser, als möchte er das Schiff begrüssen oder aber er zeigte hoch aufschiessend seine Schwanzflosse, um unter heftigen Spritzern wieder abzutauchen. Lange Zeit schwamm der grosse Meeressäuger sichtbar knapp unter der Wasseroberfläche und der Grund für die grosse Anzahl Wale, dürften Loddeschwärme sein, einer Fischart, die in dieser Jahreszeit oft in grossen Mengen hier vorbei schwimmt. Ein tolles Fressen für die hungrigen Wale. Das Wetter auf der Fahrt wurde zunehmend schlechter. Weise war, wer schon zu Beginn die schwimmfähigen Overalls anzog. Das Wetter geizte nicht mit Regen, der sich wie Nadeln im Gesicht anfühlte, teilweise Schneefall und zunehmenden Wellengang. Die Halbinsel verschwand mehr und mehr im Nebel. Aber wer an Deck blieb entdeckte weitere, etwas weniger aktive Buckelwale und zum grossen Erstaunen des Guides des Schiffes, sichtete man plötzlich noch grössere Luftblasen. Als sich das Schiff näherte, war alles klar. Hier schwammen nahe beieinander die zweitgrössten Säugetiere der Erde, Finnwale! Zugegeben, nach einer solchen Tour ist man arg durchfroren, aber das ganze Erlebnis möchte man nach dem Aufwärmen auf keinen Fall missen. Wer in Kürze nach Island reist, soll sich bei den Blogs der Walbeobachtungsfirmen wie Special Tours informieren, was in den letzten Tagen gesichtet wurde. Es kann sein, dass die Lodden in Kürze den Breidafjördur erreichen und dann wäre eine Walbeobachtungstour in Snaefellsnes mit Lakitours genauso empfehlenswert.

 

10. Februar 2016

Wintermärchen unter Nordlichtern – Reisebericht

Nordlichtglück gleich kurz nach der Ankunft in Minni Borgir. 09.02.2016

Nordlichtglück gleich kurz nach der Ankunft in Minni Borgir. 09.02.2016

Tag für Tag Reisebericht zur Erstausgabe der etwas anderen Winterreise mit festem Wohnsitz in Ferienhäusern und flexiblem Wochenprogramm.

Dienstag, 09.02.2016 – Wintermärchenstart

Heute startete die erste Ausgabe der Reise Wintermärchen unter Nordlichtern. Von einem derart erfolgreichen Start wagt wohl niemand zu träumen. Nach einer pünktlichen Landung in Keflavik und einer problemlosen Fahrt zu den Ferienhäusern von Minni Borgir, schafften es die 14 Reisenden gerade die Häuser zu beziehen und das feine Menu zu essen, als sich ein etwas  hellerer Streifen am Himmel als schwaches Nordlicht entpuppte. Nun galt es sich entweder warm anzuziehen oder in den Hot Pot zu sitzen, die Kamera zu holen oder das Himmelsspektakel einfach zu geniessen. Kaum gelandet und schon in den Genuss von Nordlichtern zu kommen, ist nicht vielen gegönnt. Ein fulminanter Einstieg in eine wöchige Winterreise. Einige Bilder des 9. Februar befinden sich in der Galerie und weitere bebilderte Tagesbeschreibungen unter „weiterlesen“

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