3. Mai 2016

Viele Seehasen und Wale bei Husavik

 

Der malerische Hafen von Husavik. 25.06.2013

Der malerische Hafen von Husavik. 25.06.2013

Auch langjährige Fischer in Husavik können sich nicht erinnern, jemals so viele Tonnen an Seehasen gefangen zu haben wie dies zur Zeit der Fall ist. Die Boote müssen nicht weit auslaufen und bereits füllt sich Netz um Netz mit diesem Fisch, der auch Lump oder Lumpfisch (isländisch Grasleppa) genannt wird. Selbst die Wintersaison war sehr erfolgreich mit den Dorschfängen und die Lumpsaison startete für die Fischer noch erfolgreicher. Die Seehasen ernähren sich von kleinen Fischen. Es scheint mehr als genug davon zu haben in der Bucht vor Husavik, denn bereits anfangs April kamen Blauwale der guten Nahrungssituation wegen. Jetzt sind auch die ersten Buckelwale in der Skjalfandibucht gesichtet worden. Für Husavik und seine Bewohner ein wahrhaft geglückter Start in den Sommer. Besucher finden hier Angebote für jeden Geschmack. Bekannt und fast zu hundert Prozent erfolgreich sind die Walbeobachtungstouren, ob mit dem traditionellen Eichenboot oder im Schnellboot, wo es auch noch zur Papageitaucherinsel Lundey geht. Meeresangeln kann ebenfalls gebucht werden und im Moment ist ein toller Fang garantiert. Aber selbst ein Besuch im Ort Husavik mit dem malerischen Hafen ist empfehlenswert. Weiterlesen →

24. April 2016

Verkauf der Gletscherlagune – update

Naturperle Gletscherlagune Jökulsarlon. 09.09.2013

Naturperle Gletscherlagune Jökulsarlon. 09.09.2013

Grosse Bildergalerie und update vom 26.04. am Ende des Posts.

Seit wenigen Wochen ist bekannt, dass die Landbesitzer die Gletscherlagune Jökulsarlon verkaufen wollen. Welche Konsequenzen dies für die wohl grösste Touristenattraktion des Landes haben wird? Mehr als 20 Jahre stritten sich die 40 Landbesitzer des Hofes Fell in Sudursveit, wie man die teilweise auf ihrem Land liegende Gletscherlagune touristisch nutzen soll. Während dieser Zeitspanne hat der Tourismus um ein Vielfaches zugenommen und wenn man Pech hat, findet man auch keinen Parkplatz bei der Lagune. Nun haben sich die Besitzer entschieden, dieses Landstück an den Meistbietenden zu verkaufen. Aber mittlerweile sind auch Stimmen laut geworden, dass man dem Staat das Vorkaufsrecht gewähren sollte und es bestehen Ideen, dass Jökulsarlon in den Vatnajökull Nationalpark integriert werden könnte. Für das einmalige Juwel im Südosten Islands wäre dies bestimmt eine gute Variante um die touristische Nutzung mit dem Erhalt der Natur zu kombinieren. Es wäre sinnvoll, dass ganzjährig Ranger vor Ort sind, denn die Ideen einzelner Touristen sind auch mit Gefahren verbunden. So sind Selfies oder Spaziergänge auf Eisschollen bestimmt abenteuerlich, können aber böse enden.

Zweifellos ist die Gletscherlagune Jökulsarlon absolut besuchenswert, selbst wenn man die Naturperle mit vielen anderen teilen muss. Eventuell hat man Glück und findet eine Zeit mit nur wenigen Besuchern. Eine Regel dazu gibt es nicht. Diese Lagune war auch nicht immer da. 1930 reichte der Gletscher bis zur heutigen Ringstrasse. Erst als sich der Atlantik mit dem salzigen Wasser Zugang zur Gletscherzunge geschaffen hatte, begann sich die tiefe Lagune zu bilden. Das Meerwasser bewirkte einen starken Rückgang des Gletschers Breidamerkurjökull und der Gletscher kalbt seit vielen Jahrzehnten in die Lagune. Ein einmaliges Bild bieten die darin treibenden Eisberge, von denen man nur ungefähr einen Zehntel sehen kann. Vom Wind verfrachteter Lavasand und vulkanische Asche gestalten die attraktiven schwarzen Muster in und auf den blauen oder weissen Eisbrocken. Deshalb unterscheiden sich diese Eisberge von anderen auf der Erde. Weiterlesen →

16. April 2016

Das Seelenhaus von Hannah Kent – Buchtipp

Die unscheinbaren Hügel von Thristapar an der Ringstrasse bei Vatnsdalur in Nordwestisland. 15.06.2015

Die unscheinbaren Hügel von Thristapar an der Ringstrasse bei Vatnsdalur in Nordwestisland. 15.06.2015

Bald beginnt wieder die grosse Reisesaison und gar mancher fährt ahnungslos entlang der Ringstrasse durch den Nordwesten Islands. Wie oft bin ich wohl bei Thristapar vorbeigefahren ohne von diesem Ort Notiz zu nehmen? Thristapar, oder die drei Kuppen befinden sich wenig westlich der eigenartigen Hügellandschaft des Vatnsdalur. Die Stelle findet sehr wenig Beachtung und kaum ein Mietwagen oder Bus stoppt hier. Ein Tor im Zaun lässt Interessierte durch und die angebrachte Tafel informiert über die traurigen Geschehnisse im Jahr 1830. Damals gab es noch keine Ringstrasse und die Leute waren mit Pferden oder zu Fuss unterwegs. Wäre jemand in besagtem Jahr im Januar bei Thristapar vorbeigeritten, hätte dieser eine grausige Entdeckung gemacht. Auf Pfählen waren menschliche Häupter befestigt. Die Köpfe wurden den als Mörder verurteilten Agnes Magnusdottir und Fridrik Sigurdsson in der letzten Hinrichtung in Island abgeschlagen. Die beiden wurden beschuldigt, die auf dem Hof Illugastadir auf der Halbinsel Vatnsnes lebenden Natan Ketilsson und Petur Jonsson umgebracht zu haben. Die Australierin Hannah Kent lebte als Austauschstudentin lange Zeit in Island und recherchierte die Geschichte von Agnes. Daraus entstand der auf historischen Tatsachen beruhende Roman „Das Seelenhaus“. Weiterlesen →

7. April 2016

Wirren um isländische Regierung

Das ehrwürdige Gebäude mit den Büros der Minister im Herzen von Reykjavik. 12.07.2004

Das ehrwürdige Gebäude mit den Büros der Minister im Herzen von Reykjavik. 12.07.2004

Ist er zurückgetreten oder doch nicht? Die Rede ist vom isländischen Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson, der mit der Veröffentlichung der Panama Papers in Schwierigkeiten und Erklärungsnotstand geriet. Dieser Beitrag war schon einige Male vorgesehen, aber bevor ein Text entstand, erschienen in den News, im Radio und Fernsehen bereits wieder neue Meldungen. Island schaffte es die letzten Tage fast immer auf die Frontseiten der internationalen Presse. Man fragt sich, weshalb gerade Island? In Anbetracht der grossen Datenflut die veröffentlich wurde und den vielen Personen von Rang und Namen, die dort erwähnt sind, erstaunt es schon ein bisschen, dass die ganze Welt nach Island schaut. Vielleicht deshalb, weil die Isländer noch nicht so an Meldungen über Machenschaften mit Briefkastenfirmen und Steuerhinterziehung gewöhnt sind und vielleicht, weil in Island Personen öffentlich kritisiert werden dürfen, was nicht überall auf der Welt möglich ist. Die Offenlegung von Namen und Firmen und die Veröffentlichungen und das Video mit dem Interview, bei dem der Premierminister davon lief, haben in Island einen Sturm der Empörung ausgelöst und die Facebook-Einträge teilten und verbreiteten sich in Windeseile. Sofort wurde zu Demonstrationen aufgerufen und da der Grossteil der Bevölkerung im Grossraum Reykjavik lebt, waren viele spontan bereit teilzunehmen. Skyr und symbolisch für Panama wurden Bananen gegen das Regierungsgebäude geworfen. Die Pfannen und Töpfe dürften teilweise noch die gleichen sein, mit welchen die Leute schon im Oktober 2008 nach dem Zusammenbruch der Banken auf den Austurvöllur vor das Parlamentsgebäude zogen um gegen die Regierung zu protestieren. Weiterlesen →

30. März 2016

Island und Vatnajökull Nationalpark im ZDF

Die dampfende Lava in Holuhraun vor Dyngjujökull (Teil von Vatnajökull). 29.08.2015

Die dampfende Lava in Holuhraun vor Dyngjujökull (Teil von Vatnajökull). 29.08.2015

Längst ist die Sendung ausgestrahlt und einige Emails haben mich zu dieser Sendung erreicht. Soeben gönnte ich mir eine Stunde isländische Natur. Ein Reporterteam war ein Jahr lang mit verschiedenen Personen unterwegs und ein wirklich sehenswerter Leckerbissen entstand.

Der Vatnajökull Natjonalpark misst dank der Zusammenlegung einiger kleinerer Parks 1/7 der Fläche Islands. Im Süden ist der grösste Gletscher Europas eingeschlossen mit den aktiven Vulkanen unter dem Eis und den Eishöhlen, welche sich im Winter geführt besuchen lassen. Anschliessend befinden sich nach Norden die neue Lava Holuhraun (2014) und die spannende Vulkancaldera Askja, sowie das grenzenlos scheinende Hochland. So unglaublich es tönt, aber nicht nur heute sind Radfahrer dort unterwegs, sondern schon 1959 und 1933 fuhren Engländer per Rad im Norden des Vatnajökull durch. Nördlich der Ringstrasse ist ein weiteres Gebiet zum Nationalpark erklärt worden, die gewaltige Schlucht Jökulgljufur mit dem mächtigsten Wasserfall Dettifoss und dem Felshufeisen Asbyrgi. Insgesamt wird in der Sendung der Nationalpark als Labor der Geologie bezeichnet und Forscherteams sind ganzjährig unterwegs um mehr über die Kontinentaldrift zu erfahren und unter dem Eis Spuren zu finden, die auf ein Leben auf dem Mars schliessen könnten. Vulkanologen haben hingegen die Aufgabe, die Messgeräte zu kontrollieren, damit notfalls vor Ausbrüchen und Gletscherläufen gewarnt werden kann. Bezaubernde Aufnahmen von Pflanzen-, Tier-und Vogelwelt begleiten die Sendung und mein Lieblingsguide für Walbeobachtungen in Husavik, Sarah, gibt ein Interview und erzählt über Blau- und andere Wale. Eindrückliche Animationen helfen der Verständlichkeit und mit den alten Filmaufnahmen vom Ausbruch 1973 in Heimaey fühlte ich mich zurückversetzt in meinen früheren Geografieunterricht. Dort faszinierte mich diese brodelnde Natur und eine erste Reise 2003 war der Start zum beruflichen Wechsel. Der Islandvirus hatte mich erwischt und ich stehe damit nicht alleine da.

Bist du Islandfan oder möchtest du es werden, dann schaue dir diese Sendung noch an, solange Sie aufgeschaltet ist:

Im Zauber der Wildnis. Von Island und seinem Vatnjajökull Nationalpark

Am besten schaust du dir gleichzeitig das Reiseangebot von Best of Iceland an und buchst bald. Verschiedene Höhepunkte der Sendung werden auf den nächsten Reisen besucht!