Verborgene Oasen Heydalur und Saebol

Die gut erhaltene Kirche Saebol im abgelegenen Ingjaldssandur. 03.07.2017

Es gibt sie noch, die etwas versteckten und unbekannteren Plätze in Island. Zwei erwähnenswerte Beispiele hat Best of Iceland in den Westfjorden kürzlich besucht und beschreibt diese kurz in der Folge. 

Die eine Oase und zum länger bleiben einladend ist Heydalur. Dieser Name gehört zu einem Tal, welches am Ende des Mjoifjördur abzweigt. Wenige Kilometer taleinwärts fährt man zum Hotel Heydalur. Es ist wahrlich ein grünes Garten- und Pferdegelände mit mehreren Gebäuden mit Zimmern verschiedener Kategorien und Sommerhäusern und gleich drei warmen Pools. Stella führt die Unterkunft seit einigen Jahren, sie wird ständig etwas erweitert. Dem Fluss entlang lockt ein Spaziergang, längere Wanderungen lassen sich unternehmen, ein Ausritt kann genauso gebucht werden wie eine Kajakfahrt im Fjord. Mit viel Liebe werden Nachtessen und Frühstück angeboten, was unbedingt testen sollte. Stella scheint auch kaum müde zu sein, sie arbeitet am Morgen als erste und geht als letzte zu Bett. Das Schneemobil draussen im grünen Garten und das Teleskop für Himmelsbeobachtungen warten auf die Jahreszeit mit dunklen Stunden. Von September bis April bietet Heydalur ein Paket von 5 Tagen/ 4 Nächten mit Abholung und Rücktransfer in Reykjavik an. Diese Reise lässt sich inklusive Flug und Übernachtung in Reykjavik bei Island ProTravel buchen. Der Flug wird für das Abreisedatum optimiert.

 

Durch Zufall hat Best of Iceland noch eine Perle gefunden. Geplant war im Dyrafjördur eine Fahrt hoch hinaus auf den Sandafell. Dieser war jedoch von einer Wolke überdeckt und bot keine Chance auf eine Sicht über den Fjord. So wurde die Route kurzfristig geändert und nach dem Besuch des Ziergarten Skrudur die Strasse über den gut 500 Meter hohen Pass Sandaheidi gewählt. Es ist eine Piste mit steilem Anstieg und ebenso heftiger Abfahrt zum Ingjaldssandur am Önundarfjördur. Die Berge sind von grüner Vegetation bedeckt, selbst das hellgrüne Moos fehlt nicht. Auf der Fahrt kann man sich kaum vorstellen, dass jemand dort ganzjährig wohnt. Aber das ist eine falsche Vermutung. Die Kirche Saebol ist offen und einige Gräber auf  dem Friedhof sind mit frischen Blumen versehen. Bald erscheint eine Frau namens Betty. Sie wohnt im Haus neben der Kirche, hat einen kleinen Handarbeitsshop und betreibt eine Farm. Zwei Lämmer, welche von ihren Müttern verstossen wurden, betteln um Milch, der Enkel spielt mit dem Hund. Betty kümmert sich um die Kirche und erzählt, dass diese 1929 erstellt wurde, nachdem die alte vom Sturm weggeweht wurde. Einige Stücke der alten Kirche konnten im neuen Bau wieder verwendet werden.  Der langjährige Pfarrer Sigtryggur Gudlaugsson wünschte dort begraben zu werden als er 1959 fast hundertjährig verstarb. Er predigte abwechslungsweise in drei Kirchen und war Lehrer in Nupar, wo er 1905 den Ziergarten für den Gartenbauunterricht anlegte. Betty erzählt, dass er meistens zu Fuss in seiner Kirchgemeinde unterwegs war. Sie lebt seit Jahren alleine in Ingjaldssandur, die anderen Farmen sind verlassen oder dienen als Sommerhäuser. Ihre Tochter mit dem Enkel und ihr Sohn wohnen in Flateyri auf der anderen Fjordseite. Im Winter ist sie froh, wenn genügend Schnee liegt, damit sie mit dem Schneemobil den Pass überwinden kann. Ist dies nicht der Fall, versucht sie es mit dem Traktor. Auch wenn alleine lebend, wirkt sie völlig aufgeschlossen, spricht sehr gut Englisch und erzählt gerne von sich und der abgelegenen Oase. Best of Iceland war das erste, aber bestimmt nicht das letzte Mal dort.

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